Vom fantastischen, unmöglichen und verlorenen Raum - (In)visible Cities von Brigitte Schultz in: bauwelt 42.11, Oktober 2011

"Annett Zinsmeister arbeitet hingegen ganz direkt mit fotografischen Abbildungen realer Fassaden, die sie in Teile zerlegt (z.B. die einzelne Platte eine Plattenbaus) und neu collagiert. So bilden japanische Glasbausteine oder Berliner Fassadenelemente aus Beton eigene „Container“, die, in LED-Leuchtrahmen installiert, vor allem durch ihre technisch perfekte Illusion beeindrucken. Eigens für die Ausstellung hat Zinsmeister zudem eine Videoinstallation zusammengestellt, in der Idealstadt-Grundrisse aus 2000 Jahren das Thema „unsichtbare Stadt“ nochmals auf eine andere gedankliche Ebene heben..." >> Artikel


Inszenierung der (un)sichtbaren Stadt von Günter Baumann in: SUR Ausgabe 18 Oktober / November 2011, S.58

"Der Wolfgang Hartmann Preis [...] 2011 geht an Simone Kraft für ihr Ausstellungsprojekt »(In)Visible Cities«. Und das hat es in sich. Mit nur vier Protagonisten gelingt der Kuratorin ein vielfältig-multimedialer Rundumblick auf die – sichtbare und unsichtbare – urbane Architektur zu werfen. Mit dabei: Annett Zinsmeister, seit 2007 Professorin an der Kunstakademie Stuttgart, Karl-Heinz Bogner, just gekürter Dozent ebendort, sowie Stefan Hoenerloh und Johannes Twielemeier. Gemeinsam sind sie stark, decken mit unterschiedlichen Gewichtungen die Fotografie, Installation, Malerei, Zeichnung, Objektkunst und Archiskulptur ab. Während erfahrene Routiniers sich in vermeintlicher Kennerpose an uferloser Weltkunst wundarbeiten, beschränkt sich die 1980 geborene, in Heidelberg lebende Expertin auf einige klare Positionen, die alle über sich hinausweisen.
Die Stadt ist Spiegel unserer Zeit – ein Gemenge kultureller, sozialer, ökonomischer, ökologischer Sphären, als gebaute Idee ein utopischer wie alltäglicher Ort mit eigener Geschichte und mannigfaltigen Sinnbildern. Für Annett Zinsmeister steht der gedachte Raum im Mittelpunkt, sie vereint fiktive Kunst, praktische Architektur und reflektierte Wissenschaft miteinander in installativen Fotografien. Der Architekt Karl-Heinz Bogner schafft chiffrenhaft-bauliche Objekte, einem hochkonzentrierten Minimalismus verschrieben. Johannes Twielemeier spürt mit der Kamera hinterlassenen Spuren von Bauwerken nach, Stefan Hoenerlohs faszinierende Gemälde von menschenleeren Gassen, Plätzen und Straßenzügen gemahnen an die imaginative Strahlkraft des Architekturbildes."


Bebaute Welten - (In)visible Cities im Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen von Michael Hübl in: Baden Nachrichten 26.10.2011

"...Mit Fotografie arbeitet auch Annett Zinsmeister. Sie verr,rrendet architektonische Strukturen und Muster, die sie so weit vervielfältigt, dass sie ästhetisch in die Nähe von Räumen früher Computerspiele gelangt. In der durchaus sehenswerten trttlinger Ausstellung ergibt sich zudem ein Bezug zu den Bildern von Stefan Hoenerloh. Der Maler stellt virtuelle Stadtansichten dar, die er in Informatjonsbatterien verwandelt, indem er sie mit Schrift überzieht. Und ist denn nicht jede Stadt - wie bei Calvino - eine Erzählung?"


Ehrliche Auseinandersetzung mit der Umgebung von Susanne Marschall, Ettlinger Zeitung, 4.10.2011, S.14

"Samtig legen sie sich auf den Boden. Schmiegen sich anmutig an die kleinen Anhöhen und Täler der rechteckigen Sandfläche: Die mit Licht modellierten Gebilde malen vielzackige Sterne in den feinkörnigen Untergrund, abstrakte Formen, eng gerasterte Kreise oder sparsam unterteilte Vierecke. Sie wirken sinnlich in ihrer flauschig weichen Gegenständlichkeit und erinnern an filigrane Häkelarbeiten oder Entwürfe für außergewöhnliche Geschmeide. An Zierwerk oder symbolische Ornamente, wie sie auf antiken Objekten oder Bauwerken zu finden sind. Tatächlich aber sind die weichgezeichneten Projektionen von Annett Zinsmeister im Ettlinger Kunstverein Stadtpläne. In einem Loop auf die sandige Landschaft geworfen, zeigen sie radiale, quadratische und gemischte Entwürfe aus rund 2000 Jahren Kulturgeschichte: Idealvorstellungen, real gebaute wie Freudenstadt, ein Raster auf dem viele amerikanische Städte beruhen, und Modelle aus der utopischen Literatur. Die Arbeiten vom Zinsmeister sind Teil der Ausstellung "(In)visible Cities" kuratiert von der Wolfgang Hartmann Preisträgerin Simone Kraft, die am Freitag im Kunstverein Wilhelmshöhe in Ettlingen eröffnet wurde...." >> Artikel


Annett Zinsmeister - Raum I: Kein Ort. Nirgends? in: Kunstgeschehen, Portal Kunstgeschichte, 15.6.2011

"Das Spezifische, das Besondere und die Identität von Räumen, Orten und Städten – mögen diese auf den ersten Blick auch noch so unwirtlich oder unspezifisch sein, sind es, denen Annett Zinsmeister in ihren Arbeiten auf den Grund geht. Sie kreist dabei immer um die Architektur, um die Hinterfragung von Wahrnehmungsgrenzen und die Auseinandersetzung mit Konzepten der Raumbildung und Darstellungstechniken. Aktuelle und historische Entwicklungen der Wahrnehmung und Gestaltung von Raum, auch im Zusammenhang mit den neuen Technologien, werden thematisiert, Sehgewohnheiten dabei in Frage gestellt. Ihr Interesse zielt dabei vor allem auf die urbanen Problemzonen und Randgebiete, konfliktgeladene Orte, die für Zinsmeister Orte des Übergangs darstellen; Orte die eine besondere Vergangenheit haben und eine ungewisse Zukunft. Solch einen Ort stellt der Plattenbau dar und in mehreren Serien hat sich Zinsmeister mit dem Phänomen der Plattenbauarchitektur auseinandergesetzt." >> Artikel


Kreativ sein reicht nicht von Stefanie Woit in: DIE ZEIT, 24.3.2011 Nr. 13, S.75

"...Wenn auch immer weniger Kunst-Unis das interdisziplinäre Studienfach anbieten, die Staatliche Akademie der Bildenden Künste (ABK) Stuttgart behauptet sich gegen die Konkurrenz und rangiert im Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung weit vorn. »Die Bewerberinnen und Bewerber sind genau darüber informiert, was das Architekturstudium an einer Kunsthochschule auszeichnet. Die meisten entscheiden sich sehr bewusst dafür«, sagt Annett Zinsmeister, Professorin für Gestaltung und experimentelles Entwerfen und Vorsitzende der Aufnahmekommission an der ABK. ..." zum Artikel >>


Update! 90 Jahre Bauhaus – und nun? von Jeannette Kunsmann in: baunetzwoche # 214, März 2011, S.4

"...Annett Zinsmeister Künstlerin, Architektin, Autorin, Professorin an der ABK Stuttgart und Leiterin des Weißenhof-Instituts - will hier vor dem Hintergrund des bauhausjubiläums im Jahr 2009 nicht nur Aktualität und Aktualisierung des Modell bauhaus zur debatte stellen, sie fordert ein bewusstes Weiterdenken der Bauhauslehre, kurz: ein Bauhaus-update. Kein einfaches Vorhaben, schließlich ist es ein vielseitiges und ambivalentes Erbe, das da aktualisiert werden soll. Das Bauhaus war stets ein Experiment. Annett Zinsmeister, Jeannette Fiedler, Sokratis Georgiadis, Kai-Uwe Hemken, Hans Dieter Huber, Nils Emde, Philip Ursprung, Karin Wilhelm und Gerd de Bruyn versuchen sich diesem Thema aus unterschiedlichen Richtungen zu nähern...." >> Artikel


Libri: Le Ultime Uscite in Italia e nel Mondo: 56 titoli per 44 editori by Michela Rosso in: IL GIORNALE DELL’ARCHITETTURA, N. 91,febraio 2011, p.27

"Update! 90 years of Bauhaus. What now?, prefazione di Annett Zinsmeister, in inglese e tedesco.A discapito della breve durata della sua esistenza il Bauhaus ha fatto sentire la propria influenza in tutto il globo. E ancora oggi, dopo più di 90 anni, è possibile individuarne con chiarezza l’approccio in molti modelli didattici. L’espressione update del titolo va letta come investigazione, secondo quanto afferma Gerd de Bruyn nel suo saggio, per discernere quel che è storia e quello che invece è ancora di rilevanza per noi oggi." >> Artikel


Bauhaus morgen von Juergen Tietz in: NZZ Neue Zürcher Zeitung, 18.1.2011

"Das Bauhaus ist längst zu einem Mythos geworden, doch wie wirkt er heute fort? Das untersucht die Publikation «Update! 90 Jahre Bauhaus – und nun?», die aus einem Symposium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart hervorgegangen ist. Knapp skizziert die Herausgeberin Annett Zinsmeister einleitend Geschichte und Wirkung der 1919 in Weimar gegründeten Kunstschule, die trotz ihrem kurzen Bestehen schnell international Vorbildcharakter und Einfluss gewann. Die europäisch-amerikanischen Wechselwirkungen dieses Einflusses zeigt Karin Wilhelm auf – vom amerikanischen Fordismus und seiner architektonischen Übersetzung in Europa durch das Bauhaus bis hin zum erfolgreichen Bauhaus-Export nach Amerika, von wo gewisse Bauhaus-Ideen nach dem Zweiten Weltkrieg über den «American Way of Life» zurück nach Europa kamen. Die daraus resultierende unterschiedliche Rezeptionsgeschichte der Bauhaus-Moderne in den USA und in Europa zeigt sich auch in Philip Ursprungs Beitrag, der sich mit Gordon Matta-Clark, Tom Wolfe und Jeff Wall drei Bauhaus-Kritikern widmet. Anschaulich führt Nils Emdes Fotoessay Glanz und Elend des Bauhauses am Beispiel der Siedlung in Dessau Törten vor, wo die Gebrauchsspuren die einstige Bauhaus-Ästhetik überlagern. Die Ausbildungsideale des Bauhauses aber wirken ebenso bis heute fort wie sein ganzheitlicher Gestaltungsansatz, der uns im digitalen Zeitalter der neuen Medien letztlich «in bildhafter Gestalt auf jeder Benutzeroberfläche» begegnet." >> Artikel NZZ online


Architektur kann und muss nicht nur als gebauter Raum verhandelt werden. Interview mit Annett Zinsmeister von Simone Kraft in: www.architekturzeitung.eu, 9.1.2011

"Es ist die Verschränkung von Kunst, Architektur und Wissenschaft, die die Arbeit von Annett Zinsmeister auszeichnet. Als eine Grenzgängerin der Disziplinen vereint sie in ihrem Schaffen souverän die Arbeit als Künstlerin und Architektin, als Designerin und Kultur- und Medienwissenschaftlerin. Als Professorin für Gestaltung und Experimentelles Entwerfen lehrt sie seit 2007 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, seit 2009 hat sie zudem die Leitung des Weissenhof-Instituts inne. Darüber hinaus arbeitet sie in ihrem Berliner Atelier an künstlerischen Projekten und ist in zahlreichen Publikationen vertreten. Bei allen Projekten, in der Kunst und im Design ebenso wie in der Theorie, kreist ihr Interesse dabei immer um die Architektur. Es ist das Hinterfragen von Wahrnehmungsgrenzen, die Auseinandersetzung mit Konzepten der Raumbildung und Darstellungstechniken, die Zinsmeister thematisiert. Dabei sind es vor allem urbane Randgebiete und Problemzonen – Plattenbauten und Abrisshäuser ebenso wie innerstädtische Kriegsbrachen in Sarajewo oder Bauruinen – die ihr Interesse wecken. In ihnen spürt sie der Vielschichtigkeit urbaner und räumlicher Strukturen auf architektonischer, künstlerischer und theoretischer Ebene nach und versucht, diese in ihrer Bedeutung für gesellschaftliche und politische Entwicklungen lesbar zu machen...." >> Interview


Theater ohne Fluchtpunkt. Das Erbe Adolphe Appias (Hg.) G.Brandstetter/B.Wiens. Rezension von Sabine Sörgel in: RezensTFM Univ. Wien (01/2011)

"An diesen Themenkomplex anknüpfend spricht Annett Zinsmeister sogar von dem Erbe der szenischen Modularisierung als "ästhetisches Programm", das "Gleichförmigkeit in der Differenz und Wiederholbarkeit in der Unterschiedlichkeit garantiert" (S. 76). Sie verweist damit auf den Paradigmenwechsel der zeitgenössischen Choreographie beispielsweise in den Arbeitsweisen von Merce Cunningham und William Forsythe." >> Artikel


outside in / virtual interior. Arbeiten der Künstlerin Annett Zinsmeister in: urbanspacemag # 3 copy + paste, Dez. 2010, p.56-59

"Zinsmeister arbeitet mit Prinzipien der Wiederholung, inhaltlich wie konzeptuell. Sie greift ein in serielle urbane Strukturen und Codes, schreibt diese um, indem sie städtische Räume in visuelle Elemente, Zeichen, Bilder zerlegt und diese anderen Orts neu zusammenbaut: Mit »outside_in« kopiert Zinsmeister Fassadenelemente von Plattenbauten und anderen Gebäuden und passt diese in neue räumliche Kontexte ein. [...]

Annett Zinsmeister kreiert mit ihren visuellen seriellen Elementen virtuelle Räume, die das Prinzip der Wiederholung auf die Spitze treiben, und sich den Kategorien von Außen und Innen, von Öffentlich und Privat entziehen. Sie arbeitet mit digitalen Tools, und verwendet das Kopieren und Einfügen als elementare künstlerische Strategie. Ihre Räume konsitutieren sich rein aus der Wiederholung von Bildelementen, die sie bisweilen jedoch mit Brüchen versieht, so dass die Betrachter immer wieder aufs Neue überlistet werden, sobald sie meinen, die vermeintlich offenkundige Strategie erkannt zu haben. Diese eingestülpten, bisweilen dystopischen Räume, erzeugen Irritationen auf vielfältige Weise und laden ein zu einer Gradwanderung zwischen anziehender Ästhetik des Minimalen und abschreckender Monotonie des Seriellen." >> Artikel


Stillstand ist kein Faktum. Interview von Bernd Haasis in: Stuttgarter Nachrichten 6.12.2010, p.14

"Bewegung das menschliche Sein. Ein interdisziplinäres Sympsoium des Weißenhof - Instituts an der Staatlichen Kunstakademie widmet sich an diesem Dienstag unter dem Titel: Gestalt der Bewegung historischen Entwicklungen und aktuellen Tendenzen. Wir haben mit der Gastgeberin Annett Zinsmeister gesprochen..." >> Interview


Die Frage nach der Identität des Urbanen. Annett Zinsmeister stellt seit Donnerstag in den Räumlichkeiten des Nürtinger Kunstvereins aus von Heinz Böhler, in: Nürtinger Zeitung, Titel, p.1 13.11.2010

"Mit einer gut besuchten Vernissage wurde am Donnerstagabend in den Räumen des Nürtinger Kunstvereins eine neue Ausstellung eröffnet. Darin zeigt die Berliner Künstlerin Annett Zinsmeister fotografisch verfremdete (Wohn-)Welten in Sarajevo, Berlin und anderswo, immer „Auf der Suche nach Identität“, wie denn auch der Titel der Ausstellung lautet, die bis zum 12. Dezember im ersten Stock des ehemaligen Fabrikgebäudes der Firma Oelkrug zu sehen ist. Die Einführung gestalteten der Stuttgarter Künstler und Philosoph Harry Walter und die Künstlerin selbst in einem launig-charmanten, dabei jedoch ebenso aufschluss- wie kenntnisreichen Dialog...." >> Artikel


Hören statt sehen: Eine Audiotour durch Berlin in der Temporären Kunsthalle Berlin by Simone Kraft in www.deconarch.com, 12/2009

"Am 4. Dezember eröffnet die neue Ausstellung Zeigen. Eine Audiotour durch Berlin von Karin Sander mit Beiträgen von mehr als 400 in Berlin lebenden und arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern in der Temporären Kunsthalle Berlin; ... Zu sehen – genauer: zu hören – ist auch die Arbeit “virtual interiors” von Annett Zinsmeister, einer Berliner Künstlerin, die sich mit Architektur und Kunst auseinandersetzt und deren Arbeit deconarch noch näher vorstellen wird."


Urban hacking - paraflows 09 by Jana Wisniewski in: e-motion Artspace Internetkunstzeitschrift http://e-motion-artspace.info/hacking.htm 09/2009

"URBAN HACKING paraflows 09 ist diesmal am Karlsplatz als Containersiedlung positioniert [...] Über das Subversive hinaus geht Annett Zinsmeister, sie sammelte Fasadenelemente von Plattenbauten und komponierte damit einen neuen Raum, was außen war ist nun innen...."


Annett Zinsmeister, by Pieter Van den Dorpe in PYTR75, DONDERDAG 5 MAART 2009


Junk Jet 2, by Greg J. Smith in: Serial Consign. Digital Culture & Information, 2009-01-13

"I remember hearing about the first issue of Junk Jet last year but the magazine slipped my mind until a recent post on Rhizome by Ceci Moss. Junk Jet, a self described "Fanzine for Electronics and Aesthetics" dedicated their second issue to exploring the theme of speculative architecture. Editors Asli Serbest and Mona Mahall frame "the speculative" as a pervasive presence that haunts all systems of production, threatens them with the destruction of their order and with collapse. This wild-eyed (perhaps even delirious) introduction frames a sprawling body of work by contributors which include Carsten Nicolai, Olia Lialina, Palace, JODI & Debel, Roomservices, a great interview with Annett Zinsmeister and many others...."


Architektur als räumliche Irritation, by Michael Isenberg in: Stuttgarter Nachrichten, Kulturmagazin vol.140, 18.6.2008, p.17

"Geboren wurde Annett Zinsmeister 1967 in Stuttgart, Kunst und Architektur studierte sie an der Hochschule der Künste in Berlin, seit dem Winteresemester 2007/08 ist sie Professorin für Grundlagen der Gestaltung /Experimentelles Entwerfen an der Kunstakademie auf dem Weißenhof. Sie betreut die Studierenden im ersten Studienabschnitt (Bachelor of Arts) des Studiengangs Architektur und Industrial Design als auch Studierende der Architektur im Studienabschnitt Experimentelles Entwerfen / Master of Arts. Dazu bemerkt die Akademie: "Die Kombination macht diese Professur einzigartig und spiegelt die Besonderheit der Lehre an der Akademie." Am kommenden Dienstag 24.Juni um 19 Uhr stellt sich Zinsmeister öffentlich vor. Mit ihrer offiziellen Antrittsvorlesung gibt sie Einblick in die Dialogfelder ihres Schaffens. Konkret: "Sie arbeitet in ihren künstlerischen Projekten mit Transformationen und räumlichen Irritationen und ist zugleich als Architektin mit der gebauten Realität vertraut. In zahlreichen Publikationen, Vorträgen und Lehrveranstaltungen befasst sich Zinsmeister unter anderem mit kulturellen und medientechnischen Prägungen in Architektur, Design und Kunst. Aktuell hat sie den Band "welt[stadt]raum.mediale inszenierungen" beim transcript - Verlag Bielefeld herausgegeben. Vor Ihrer Berufung an die Kunstakademie Stuttgart lehrte Annett Zinsmeister bereits als Gast - beziehungsweise Vertretungsprofessorin an der Kunsthochschule Berlin - Weissensee und an der Bergischen Universität Wuppertal."


Fenster, Wand, Fenster. Ungewöhnliche Sichten im Digital Art Museum, by Tom Mustroph in: Neues Deutschland, 4.1.2008, p.17

"Plattenbauten können reizvoll sein. Auf alle Fälle dann, wenn man ihr regelmäßiges Außenraster nach innen stülpt und daraus einen Raum formt. Die in Berlin lebende und in Stuttgart lehrende Künstlerin Annett Zinsmeister tat dies. Ansichten von den Fassaden der Neubauten der 70er Jahre, auf denen nichts anderes zu sehen ist als Fenster und Wand, Fenster und Wand und erneut Fenster und Wand, hat sie als Boden, Decke und Wände bedeckende Tapeten benutzt. Die vordere Wand ist entfernt und erlaubt so dem Betrachter den Blick in den Raum. In die hintere Wand sind graue Öffnungen gelassen. Sie können Fenster oder Tür sein. Bemerkenswert auf den ersten Blick ist die vibrierende Dynamik dieser Fassadenflächen. Das Auge wechselt permanent in seiner Konzentration und fokussiert mal auf die dunkleren Fenster, dann wieder auf die Wandelemente. Bei genauerem Hinsehen stellt man die Nuancen in der zuerst monoton strukturiert wirkenden Fläche fest. Hinter manchen Fenstern stoppen Gardinen den Blick, bei anderen sind Blumenkästen auf dem Fensterbrett postiert, hinter wieder anderen ist Wäsche aufgehängt. Manche Fenster sind allerdings auch leer. Die Häuser sind verlassen, die ursprünglich kühl und artifiziell anmutende Fassade geht in einen räudig-verlebten Zustand über. [...] Die Ausstellung »Digital Space« in der kleinen Galerie in der Tucholskystraße, die sich stolz Digital Art Museum nennt, schafft ein Bewusstsein dafür, wie vielfältig und wie subtil mit der Realität vermischte digitale Räume sein können."


Digital Space, exhibition at gallery [DAM] Berlin: http://www.germangalleries.com/ 11.2007

".. Annett Zinsmeister uses sections of Plattenbau of the former GDR and builds new spaces by multiplying them. Outside turns into inside, doors are leading into emptiness. Architectural elements were used like ornaments to create new virtual spaces. The repetitiveness brings about a new structure. The final technique of large sized light boxes underlines the optical impression. In her art work Annett Zinsmeister is concerned with cultural influence of architecture. The principal of the series is her main emphasis. Through the endless repetition of segments she brings to light the fascination and the deterrent of mass architecture. Since 2007 Annett Zinsmeister is Professor for Creativity and Experimental Design at the Staatliche Akademie der Bildenden Kuenste Stuttgart. She lives in Berlin."


Auf der Suche nach einer idealen Urbanität in: Stuttgarter Zeitung / Kultur, April 2007

"Von Stuttgart bis Sarajevo, von São Paulo bis Kapstadt, in Zeichnung und Video, dreidimensionaler Figur und Installation, Musik, Text und Postkartensammlung: eine Ausstellung so groß und vielseitig wie die ihres letzten Juryvorsitzenden Fabrizio Gallanti hat die Solitude-Akademie wohl noch nicht gesehen. Den Eröffnungsabend mitgerechnet, mit einem in Indien angesiedelten Zeichentrickfilm, Neuer Musik per Bluetooth aufs Handy sowie einer szenischen Aufführung im Fahrstuhl samt Direktübertragung ins Parterre, sind insgesamt dreißig Künstler mit 24 Arbeiten vertreten. ... Und da gibt es einiges zu entdecken. Gegensätze liegen oft dicht beieinander: So zeigt Krassimir Terziev einen Kinderspielplatz in Sofia, der aus einfachen Rohren das militärische Arsenal des Kalten Krieges nachbildet. Während Luciana Basauri und Dafne Berc sich mit dem Tourismus entlang der kroatischen Küste beschäftigen, zeigt Annett Zinsmeister das bombenzerstörte Sarajevo und sucht nach Schutzräumen. Das Bedürfnis nach Schutz entpuppt sich überhaupt als eines der übergreifenden Themen..."


Lost homes: Winfried Stürzl über die Installation urban shelter? in der Akademie Schloss Solitude, 22.4.2007

"Die Arbeit ist schon formal ganz ausgezeichnet. Die Bilder sprechen dank ihrer Präsentation ganz von selbst. Die zwei versetzten Projektionen nutzen den Raum optimal, wobei ich sehr gut finde, dass die Überblend-Projektion mit den Negativen mehr im Hintergrund ist, während der Super-8-Handkamera-Film weiter auf den Betrachter zukommt. Das ist ein schöner Kontrast, der sich auch im Gegensatz SW/Farbe und Stumm/Ton fortsetzt. Insgesamt entsteht so auf der rechten Hälfte die Wirkung eines "nervösen Auges", das die sinnliche Realität der Zerstörung, die Spuren des modernen Krieges in Europa, fassungslos - wenngleich auch begierig - auffasst und dem Betrachter dank der Handkamera sehr authentisch vermittelt, während die SW-Negative im Hintergund ruhig und - dank der Verfremdung - fast archetypisch von Zerstörung sprechen, stellvertretend für die Grausamkeit des Krieges allgemein. Die Reduktion auf zumeist nicht mehr bewohnbare Häuser und ausgebrannte Autos und das quasi völlige Fehlen von Menschen geben den Bildern etwas Gespenstisches. Der Krieg war ja nicht mehr am Toben, als die Bilder entstanden, die Absenz der Aktion ist es aber gerade, was diesen Bildern ihre stumme Schrecklichkeit verleiht. Spannend fand ich auch, dass das Surren der Kamera an alte Urlaubsfilme denken lässt, die Bilder dazu aber in massivem Kontrast stehen (gerade in Mostar, das man ja auch als Tourismusziel kennt). Insgesamt ist die Arbeit aufgrund ihrer konsequenten Reduziertheit sehr gut."


Annett Zinsmeister – [DAM] Digital Art Museum Interview in: eyemazing vol.3, 2006 p.178-183 >> download as pdf


Beauty and the beast. Exhibtions by German artist Annett Zinsmeister by Pernille Jensen in: MARK – Another Architecture vol.3, 2006 p.34-35

"Exhibitions by German artist Annett Zinsmeister transforms Plattenbau into a bewildering tightrope-walk between beauty and boredom...Realizing that her personal impressions opposed all the circulating Plattenbau clichés, Zinsmeister started digging deeper into the history and construction of the Plattenbau style. the more she learnt, the more convinced she became that Plattenbau shouldn´t be seen as ugly mass-architecture, but should be recognized as a multi-layered cultural phenomenon, which deserves respect, serious critic and precise analysis....having worked out the political reasons to why Plattenbau came to be seen as a reduced architecture of monotony, Zinsmeister was able to translate these investigations into spatial scenes in which cognitions could be experienced...."


Annett Zinsmeister: Virtual interiors by Winfried Stürzl in: Vorfahrt - international Art Project Katalog, Stuttgart 2006 p.102

"Die räumlichen Bildwelten und Installationen der Berliner Künstlerin Annett Zinsmeister konstituieren sich aus fokussierten Elementen serieller Architektur wie z.B. Plattenbauten. Sie baut aus fotografisch dokumentierten Ausschnitten einer im Verschwinden begriffenen (oder bereits nicht mehr existierenden) Architektur neue virtuelle Räume. Oder sie kleidet existierende Innenräume mit virtuellen Fassaden - Tapeten aus. Die Vervielfachung und Neukomposition der seriellen Architekturelemente führt zu einem spannungsgeladenen Spiel mit unerwarteten Raumkompositionen und Sichtweisen. Es entstehen neue Perspektiven, surreale Raumeindrücke, räumliche Irritationen, die vielfältige Kontraste zwischen innen und außen, zwischen privat und öffentlich zum Vorschein bringen."


Der Plattenbau als Krisengebiet, by Peter Richter, Dissertation Hamburg 2006, p.123 f

"..Noch konsequenter war die Künstlerin Annett Zinsmeister, die ebenfalls 2002, auf einer CD-Rom das Computerspiel „Memodul. Ein digitales Memory zum Plattenbau und anderen modularen Utopien“ auf den Markt brachte. Hatte sich der Spieler anhand des Plattenbauquartetts bereits von der erstaunlichen Vielgestaltigkeit der Außenwandplatten, Verbindungselemente, Giebelgestaltungen und Dekorformen überzeugen können, so mußte er bei Zinsmeisters Memory-Spiel erleben, wie sein Erinnerungsvermögen von der Vielfalt der vermeintlich so uniformen und monotonen Plattenbaufassaden schier überfordert wurde. Trainieren ließ sich daran weniger die Erinnerung als überhaupt erst die Erkenntnis dieser Vielfalt. Was das Memoryspiel mehr noch als das Plattenbauquartett tat, war nichts weniger als die Zerlegung des Plattenbaus und aller daran inzwischen angelagerten Klischees, Images und Bewertungen, verbunden mit der Einladung, ihn danach neu zusammenzusetzen.

Zinsmeisters Plattenbau-Memory war aus einer Ausstellung im Karl Ernst Osthaus- Museum Hagen hervorgegangen, und das dazugehörige Katalogbuch „Plattenbau oder die Kunst, Utopie im Baukasten zu warten“ macht noch deutlicher, daß es hier weniger um eine Rehabilitierung der Ästhetik oder der angelagerten Geschichte des Plattenbaus geht, als um die seines Prinzips: Eine Rettung des Plattenbaus aus sich selbst – und vor früher die Aufmerksamkeit der Künstler gefunden hatten. Es unterstellt, daß ein Großes und Ganzes, wenn es sich als falsch oder ungünstig erwiesen hat, aus seinen Einzelteilen korrigiert werden könnte. Die Betonung des utopischen Potentials modularer Systeme, ihrer prinzipiell unbeschränkten Kombinier- und Wandelbarkeit und der Möglichkeit eines geradezu spielerischen Zugriffs der Fantasie läßt im herkömmlichen Bild des sozialistischen Plattenbaus sozusagen keine Platte auf der anderen, sondern lenkt den Blick zurück auf seine architekturhistorischen Grundlagen bis hin zu Gropius’ Baukasten. Beim Computer, um in den digitalen Zusammenhängen des Spiels zu bleiben, würde man von einem Neustart sprechen: ein probates und radikales Mittel, um sich aus einer festgefahrenen Lage, aus einer Manövrierunfähigkeit herauszuretten. Und so in etwa ließe sich ja auch die Situation des Plattenbaus heute beschreiben. Die hier angedeutete Möglichkeit einer Wiedereingliederung des Plattenbaus in die westliche Architekturgeschichte sowie der pragmatische Abgleich seiner additiven (und damit potentiell auch subtraktiven) Struktur an die Gemengelage der Stadtschrumpfung beschreiben nicht nur die Perspektiven, unter denen die ostdeutsche Großsiedlungsthematik heute vielfach verhandelt wird, etwa von der Bauhaus-Stiftung in Dessau, die für 2010 bereits eine eigene Bauausstellung zum Stadtumbau in Sachsen-Anhalt vorbereitet (IBA Stadtumbau) – in dem thüringischen Ort Leinefelde haben sie, wie im Folgenden zu zeigen sein wird, längst praktische und handgreifliche Entsprechungen gefunden..."


Schlaglichter des Monats: Stuttgart im Dezember 2005 by Günter Baumann in: www.PORTALKUNSTGESCHICHTE.de

Eine gleich dreifache Profession vereint Annett Zinsmeister (geb. 1967) in ihrem Schaffen: zum einen ist die studierte Architektin vertraut mit der gebauten Realität, zum anderen geht sie als Kultur- und Medienwissenschaftlerin mit einem erweiterten Kunstbegriff um, und nicht zuletzt ist sie Künstlerin genug, um eine ganz eigene souveräne Sicht der Dinge zu entwickeln. So haben es ihr beispielsweise die Ex-DDR-Plattenbauten angetan, die sie zu Spielmodellen heruntermoduliert und in räumlich-seriellen Collagen neu zusammenfügt. Bausünde und Faszinosum eines Architekturmonstrums verquickt sie zu fiktiven Verheißungs- und Normierungstypen, die Monotonie nutzt sie für ihren minimalistisch-ornamentalen Anspruch, das heißt auch allemal irritierend-widersprüchliche Weltsicht, die sie durchaus auch ausformuliert: »Wartung der Utopie im Baukasten«. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Installation in der Akademie Schloss Solitude (18.11.–18.12.2005) – in diesem Jahr ist Zinsmeister dort Stipendiatin des Programms »art, science & business«.


Norm und Norma im Paradies by Krystian Woznicki in: telepolis 02.10.2005 (Auszug)

Ob nun der Grundriss von "Tala Island" oder "The Palm" – unweigerlich kommen Inselkonstruktionen in der Tradition von Thomas Morus "Utopia" in den Sinn und damit Entwürfe, die sich durch Normativität auszeichnen. Vom Grundriss der Stadt bis hin zur Kleidung – alles ist uniformen Regeln unterworfen gewesen. Dieser häufig unterschlagene Aspekt der seit Morus immer wieder neu imaginierten Idealstadt lässt sich, wie Annett Zinsmeister in dem von ihr herausgegeben Band zeigt, durch die gesamte Geschichte der Utopie verfolgen. Was durchaus überraschend ist, da man üblicherweise mit dem Utopischen kaum etwas in Verbindung bringen wird, das an totalitäre Systeme erinnert. Doch ob das Projekt nun ein Phalansterium war oder eine Stadt namens Ikara, ob Arturo Soria Y Mata die Bandstadt entwarf oder ein Italiener mit Arcosanti eine Idealstadt in der Wüste von Arizona bauen wollte – stets handelte es sich um durch und durch normierte Modelle, die man zwar als Kritik an jeweils bestehenden Normen auffassen kann. Die als Gegenwelten aber immer auch als Gegen-Normen begriffen werden müssen. Wenn die Modelle und Entwürfe "einer vermeintlichen Gegenkultur [...] einer konservativen Kulturhaltung verhaftet blieben", weil viele dieser neuen Konzepte "weniger eine Absage an herrschende Strukturen als vielmehr eine Spiegelung ihrer rigorosen Ordnungsprinzipien" waren – dann muss man wohl auch von der Avantgarde des Insel-Tourismus Vergleichbares sagen. "The Palm" und "Tala Island" stellen eine Gegenwelt in Aussicht, in Wirklichkeit sind sie aber die Sperrspitze von Gesellschaften, die Planbarkeit und Kontrolle zu höchsten Prinzipien erhoben haben. Mit dem Anspruch, die Grenzen des Unmöglichen zurückzudrängen, hat dies nur bedingt etwas zu tun: Denn wenn hier etwas Illusionäres verwirklicht worden ist, dann die vermeintliche Unmöglichkeit einer vollkommenen künstlichen Lebenswelt, in der Norm und Norma auf den vorgezeichneten Wegen und Strandpromenaden ihren Geschäften nachgehen, wie zwei Akteure eines Computerprogramms....>> Artikel


Zum Nachschlagen und Schmökern. Buchrenzension von Stefan Benaburger in: design report 5/2005, S.66

"Medienkunst versteht sich als Disziplin an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Kunst; ist zugleich neue Ästethik und Innovationsforschung. Ein umfangreiches Kompendium dokumentiert den Stand der Dinge und versammelt Aufsätze von 50 hochkarätigen Experten. ....Erhellende und vielfältige Antworten [...] finden sich in dem beeindruckenden Band "Digitale Transformationen" von Ulrike Reinhard und Monika Fleischmann, dessen Autorenliste sich wie das Who is Who der deutschsprachigen Medienkunstlandschaft liest. 50 hochkarätige Autoren wie Sabine Breitsameter, Dominik Landwehr, Joachim Sauter, Peter Weibel oder Annett Zinsmeister kommen hier zu Wort, um die digitalen Transformationen in ihren vielfältigen Rollen und an konkreten Beipielen als neue Ästehtik und Innovationsforschung vorzustellen..." >> Artikel


Digitale Transformation von Verena Dauerer in: Die Welt 15.1.2005

"Der Sammelband "Digitale Transformationen" ist vom Format her schon ein umfangreicher Wälzer, der allumfassend Beiträge zur Medienkunst als Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und auch der Wirtschaft zu Neuem vereint. Mitherausgeberin und Medienkünstlerin Monika Fleischmann [...] gelang es, daß sich das "who is who", die Namhaften aus der derzeitigen Medienkunst-, Computerkunst- oder Wissenschaftsecke vorstellen wie Sabine Breitsameter, Monika Fleischmann, Dominik Landwehr, Joachim Sauter, Peter Weibel oder Annett Zinsmeister."


HyperKult II: Zur Ortsbestimmung analoger und digitaler Medien, Rezension von Florian Spengler in: www.theaterforschung.de:

„Der Beitrag von Annett Zinsmeister bestätigt die Annahme, dass analog und digital nicht nur Eigenschaften des Computers sind. Vielmehr lassen sie sich nach seiner Einführung als Analyseinstrument verwenden, in diesem Fall für Formen der Darstellung als Kommunikation. So arbeitet Zinsmeister anhand von Leon Battista Albertis Verfahren, mittels Koordinatensystemen Landkarten anzufertigen, Ernst Neuferts heute noch in der Architektur maßgeblichen Bauentwurfslehre sowie daraus abgeleiteten CAD-Programmen heraus, dass analoge und digitale Techniken erst als sich wechselseitig bedingende Darstellungsverfahren grundlegende Modalitäten der Architektur sind.“


Agonie im Netz. Die ersten "Medienkunsttage" in Bad Ems von Georg Imdahl in: FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung 4.6.2003 Nr.128 Feuilleton S.128 Auszug:

"...Ein Beispiel schilderte Annett Zinsmeister (Berlin) anhand eines populären Computerspiels, das in Kürze online gehen soll: die "Sims Community" eine virtuelle Stadt im Internet...Als sich die Rferentin in das Spiel vertiefte, entdeckte sie in der durchrationalisierten gerasterten Welt nicht nur Vorbilder, die bis in die Antike zurückreichen...Darin gebe sich das "Kitschdiktat des Programmierers" zu erkennen, der die Avatare seinem eigenen Gusto unterwerfe. Gerade für Künstler, so Zinsmeister, sei dieses Spiel ein Lehrstück, wie sehr eine vorgefundenen Software die ästehtischen Möglichkeiten vorprägen und eingrenzen könne. Die "Objektbibliothek" als Formenrepertoire, auf das man mühelos zugreift, sei ein verführerisches Instrument der Beeinflussung. Auch Ihr Resumée hätte von Vilém Flusser formuliert sein können: Bloß nicht den Verlockungen der Möglichkeiten erliegen, sondern die Werkzeuge dem üblichen Gebrauch "entwenden und entfremden".


Wohnen im Plattenbau. Letzte Schreie von Anja Dilk in: Berliner Morgenpost, 1.2.2005 Auszug:

In der Platte. Jetzt, wo die DDR sich ihrem 15. Todestag nähert, lockt die schlichte Kastenbauweise den Nachwuchs. Kaum überraschend, daß die Platte in den Fokus der Kunst gerät....Wem das zu mühsam ist, der könnte sich mit der Faltplatte fürs Thema Wohnen im Baukastensystem Platte warm machen.... Die digitale Alternative bietet das Memodul: ein virtuelles Plattenbau-Memory (www.ethicdesign.de).


Tapetenwechsel / Tapete " P2/11 weiss" von Annett Zinsmeister von Nicole Weißkirchen in: www.arcguide.de & arcguide-Magazin Titel/Thema - 7. Ausgabe 06/2003

"Sicher nicht alltäglich - Nach ihrer mehrjährigen Arbeit zum Thema Plattenbau war die Umsetzung der Platte als Tapete für die Gestalterin der Kunst und Architektur Annett Zinsmeister der nächste Schritt in die Projektierungsphase. Die Idee ihres Entwurfes zum Thema "inside.out" ist das Spiel mit der Umkehr von Außen- und Innenraum. Die Tapete wird zu einer Projektionsfläche im Spiel mit der Wahrnehmung des Alltäglichen.


Annett Zinsmeister, ed. Plattenbau, oder: Die Kunst, Utopie im Baukasten zu warten von Gerd Bayer in: Utopian Studies, Vol. 14.1, 2003 p. 285-88 - Bookreview

"In Zinsmeister’s work, this tension between architectural norms and aesthetic creativity is repeatedly, and playfully, resolved. The ludic character of her project is further emphasized by the fact that she willfully sidesteps physical limitations by creating some of her models in virtual space. Gravity, statics, and other “real” considerations do not limit her creative energy. Concrete becomes almost weightless and freed from a specific location, creating Zinsmeister’s own type of ou-topos. The illustrations of her art present themselves as graphic experimentations that aim to please visually. [...] Rather, by pointing out the creative potentialities of normed building, the contributors challenge practicing architects at least to aim at a more creative use of their basic units. Because of this implicit intention, the book is a truly utopian project, much more so than the actual housing projects of the GDR government—despite programmatic declarations to that effect—ever were.[...] As a whole, Zinsmeister’s edited volume makes a coherent argument, despite the differences in both style and tone as found in the various contributions. In her re-assessment of the rich potential of normed building, Zinsmeister successfully dissociates the engineering and physical side of building from the aesthetic and politico-socially committed power of architecture."


Annett Zinsmeister Plattenbau oder Die Kunst, Utopie im Baukasten zu warten / MEMODUL von Ina Christin Männle in: Beton - und Stahlbetonbau Heft 8 98.Jahrgang S.A 34 August 2003

"Das Buch Plattenbau oder Die Kunst, Utopie im Baukasten zu warten ist eine Sammlung von Fachbeiträgen rund um architektonische Verheißungen, Normierung, Typisierung und Modularität....Annett Zinsmeister beschäftigte sich ...mit dem gebauten visionären Staatstraum der DDR, dem Plattenbausortiment und und dessen schematischer Gestaltung. Die Autorin demontiert die Typenserien des Plattenbaus und nutzt die freigewordenen Module als Spielmodell. Sie experimentiert mit den Bausteinen, lotet die utopischen und möglichen Gestaltungskombinationen aus, ohne an Funktionen und Wirtschaftlichkeit zu denken. Sie bringt die "Platte im Baukasten" in einen Kunstkontext, wandelt Montagesysteme in räumliche Collagen.

Annett Zinsmeister und die Autoren erzeugen beim Leser einen neuen Blick auf die "Bausünde Plattenbau". Die seitengroßen Detailphotos von Berliner Bestandsbauten oder deren perspektivische Fassadenphotos lassen die künstlerischen Möglichkeiten der Plattenbaumodule erahnen. Die Photos von Zinsmeisters freien Kompositionen eines Plattenbau-Sets liefern den Beweis des verborgenen gestalterischen Potentials.

Ein kleines Buch mit großem Hintergrund, welches nicht auf die sichtliche Monotonie des Plattenbaus schimpft, sondern das Entstandene historisch und wissenschaftlich erklärt......"


Kleine Erinnerung an die Utopie der Platte von Andreas Denk in: Der Architekt Ausgabe 3-4 April 2003 S.8 (Auszug)

"So schlicht war die Platte gar nicht. Ein digitales Memory, daß die Berliner Künstlerin Annett Zinsmeister entwickelt hat, zeigt die Bandbreite, die im Laufe der zeit mit den unterschiedlichen Serientypen in Großplattenbauweise erreicht werden konnte. Doch der Sinn der Memodul - CD liegt tiefer. In einem Ausstellungsprojekt im Hagener Karl-Ernst-Osthaus - Museum ist Zinsmeister der gesellschaftlichen Vision der Platte und anderen "modularen Utopien" des 19.und 20. Jahrhunderts nachgegangen. Deshalb enthält die CD nicht nur ein Gedächtnisspiel zum Berliner Plattenbau, sondern auch eines mit utopischen Entwürfen wie dem "peanut project" von future systems, Walter Jonas`"intrapolis", Bruno Tauts "Alpine Architektur" oder Tony Garniers "Cité industustrielle". Die sorgfältig programmierten Memories spielen mit dem Autauchen und Verschwinden der Platte und ihrer benachbarten Utopiemodelle: letztlich ist es nur unsere Gedächtnisleistung, die über die dauerhaftigkeit der Utopie entscheidet...."


Plattenbau oder Die Kunst, Utopie im Baukasten zu warten Buchempfehlung in: www.archforum.ch 03/2003

"Eines der wenigen Bücher über die Entwicklung der Plattenbauten. Mit zahlreichen Farbfotos und Texten zur Typologie und Struktur der Plattenhaussiedlungen."


In Funktionsgewittern. Zwischen Trabant und Ampelmännchen: nationales Kulturerbe Plattenbau von Andreas Seidel in: Scheinschlag - Berliner Stadtzeitung - Ausgabe 03/2003 Auszug:
"...Das Kartenspiel Berliner Betonerzeugnisse setzt sich mit der aus dem Kontext herausgelösten Gestaltungsästhetik der Platte auseinander. Annett Zinsmeisters digitales Memory Memodul eignet sich zur Kontemplation der Frage nach der Gewichtung von Form und Funktion. Es bietet 1001 modulare Möglichkeiten, die WBS 70 in phantasievolle Dekonstruktionen zu überführen....

Solcherart unkonventionelle Spielereien, die auf Verfremdungsstrategien setzen und über tradierte Darstellungstechniken hinausgehen, sind nicht nur symptomatisch für den Umgang mit der Platte, sondern weisen auf einen neueren Umgang mit Facetten der DDR-Kultur insgesamt hin. Die flexible Anordnung ihrer Überreste und gespeicherten Erinnerungen entfaltet sich im neuen Kontext zu ausgefallenen und irritierenden Neuordnungen. Im Spielerischen liegt manch verblüffende Einsicht verborgen. Aus der Vielzahl möglicher Bedeutungsebenen strömt ein Odeur hervor, das unsere Rezeption, die Neubaugebiete gewöhnlich als Gegenwelten der Zivilisation wahrzunehmen, irritiert. Neben der immensen gesellschaftlichen Bedeutung der Platte ist es ihre kulturelle Leistungsdichte, die es den Gralshütern der deutschen Leitkultur schwer machen wird, gegen ihren unaufhaltsamen Aufstieg in das Pantheon des - ob sie es wollen oder nicht: nun gesamtdeutschen - nationalen Kulturerbes anzukämpfen. Bis dahin jedoch taugt sie als Steinbruch für ihre Rehabilitierung allemal."


Plattenbau auf Bildschirm. Annett Zinsmeister: Memodul von Axel John Wieder in: www.fluter.de Dez.2002/ Jan.2003 Auszug:

"In einem Projekt für das Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen hat Annett Zinsmeister ein computerbasiertes Memory-Spiel entwickelt, in dem es sogar um Räume geht. Sie hat beobachtet, dass Plattenbauten seit dem Ende der DDR als ein sehr eigener Bauwerktyp eher verachtet werden und so allmählich ins Vergessen geraten. Falls die Gebäude nicht abgerissen werden, verschwindet zumindest ihre Fassade, ihr typisiertes Aussehen hinter Putz und neuem Anstrich...

Mit den Möglichkeiten der Variation und Kombination versuchten die Planer, offenere Systeme des industriellen Massenwohnbaus zu entwickeln. Auch die verschiedenen Fassadengestaltungen der DDR-Plattenbauten resultieren aus solchen Diskussionen, und auf diese Momente legt Annett Zinsmeister viel Wert. Die Bilder ihres Memory-Spiels zeigen Details von Plattenbauten, in denen eine Spannung zwischen Einheitlichkeit und Gestaltung, Standard und Spiel sichtbar wird. Gitter, Balkone und Betonelemente brechen das strenge Raster der Plattenelemente, und selbst deren variierte Fugen wirken schmückend. Aus der Distanz wirkt diese ästhetische Qualität wieder attraktiv.

In einem zweiten Set von Memory-Karten beschäftigt sich Annett Zinsmeister mit der Geschichte der Modularisierung und den utopischen Möglichkeiten normierten Bauens. Vom Turmbau zu Babel bis zu Entwürfen des amerikanischen Utopisten Buckminster Fuller oder dem New York der Zukunft aus dem Luc-Bessons-Film "Fifth Element" erscheinen kleine Bildchen auf dem Monitor und verraten in einem Infobereich ihre Herkunft. Zinsmeister beschreibt ihre Arbeit als "Wartung der Utopie im Baukasten"; als eine Art spieltheoretische Reflexion zum "kulturellen Gedächtnis". Im Motiv des Rasters überschneiden sich die Bedeutungsebenen um die normierten Gebäude und die Gedächtnisstruktur mit Medientheorie und Architekturgeschichte. Also mit Sinn."


Die wunderbare Welt der Utopie in: Architektur & Bauforum, österreichische Fachzeitschrift für Baukultur Heft 02/Jan 03, 31.1.2003 S.6, Auszug

Das digitale Memory spielt mit dem spontanen Wiedererkennen von Utopien und solchen, die es werden wollten. ...Ein Spiel für alle, die an Architektur und Kulturstudien interessiert sind. ...."


Plattenbau oder Die Kunst, Utopien im Baukasten zu warten, Hg. Annett Zinsmeister Buchempfehlung in: www.kunstundbuecher.at , Jan. 2003

"Diese Publikation entstand im Rahmen der Ausstellung "museutopia - Schritte in andere Welten" im Karl Ernst Osthaus Museum. Die Herausgeberin Annett Zinsmeister beschäftigt sich seit 1996 mit dem Thema des Plattenbaus und versammelt in dieser Publikation unterschiedlichste Autoren bzw. Perspektiven: Wolfgang Pircher/Christa Kamleithner, Walter Prigge, Gerd de Bruyn, Michael Thompson, Anne Hoormann, Wolfgang Ernst, Ludwig Wittgenstein, Kai-Uwe Hemken, Claus Pias, Roland Barthes, Eckhard Siepmann und Michael Fehr - von dem Einzelelement Platte (Wittgenstein) über die Geschichte und die Utopien des Plattenbaus (Zinsmeister) bis zur medienwissenschaftlichen Betrachtung von "Platten und Plättchen" (Pias)."


Plattenbau oder Die Kunst, Utopien im Baukasten zu warten, Hg. Annett Zinsmeister Buchempfehlung in: ARCH+ 162 Okt. 2002


Memodul: das digitales Memory Empfehlung 11/2002 in: Bundeszentrale für politische Bildung www.bpb.de/presse

"genial einfach auf jedem Computer zu spielen." 


Rezension zu Annett Zinsmeister: MEMODUL - Ein digitales Memory zu Plattenbauten und anderen modularen Utopien von Bernhard Thilo Kroeschell in: www.PORTALKUNSTGESCHICHTE.de Auszug:

"Annett Zinsmeisters CD lädt zum spielerischen Umgang mit Utopien ein. Sie enthält zwei Memoryspiele: Das eine besteht aus Abbildungen utopischer Entwürfe von der Renaissance bis heute, das andere zeigt Bilder existierender Plattenbauten der DDR.....In den beiden Memoryspielen von Annett Zinsmeister hat die Darstellung der architektonischen Utopie in Bildern und Plänen entgegengesetzte Wirkungen: Die Visualisierungen der ungebauten utopischen Entwürfe des einen Spiels lässt deren Ausführung vorstellbar werden, hier wird das Bild zur Drohung mit der Realisierung der Utopie und ihrem damit zwangsläufig verbundenen Scheitern. Beim Plattenbautenspiel dagegen wird der realisierte Entwurf gerade durch die Abbildung und ihre modulare Anordnung und zufällige Neukombination gebannt. Der Sprache der Platten werden die Mittel des Bildes wie Maßstab und Perspektive hinzugefügt, neue Zusammenhänge werden sichtbar und damit denkbar. Die Abstraktion des Bildes holt die gebaute Wirklichkeit auf die Ebene des Gedankens zurück. Das Sehen und Erkennen der Utopie ist beim Memory Voraussetzung dafür, sie anschließend per Mausklick verschwinden zu lassen. Dieser sympathisch spielerische Umgang Annett Zinsmeisters mit Utopien macht, neben der damit verbundenen kritischen Auseinandersetzung, schlicht und einfach Spaß."


Plattenbau von Mercedes Bunz in: DE:BUG 66, Dezember 2002, S.46 Auszug:

"Die Künstlerin Annett Zinsmeister hat für die Ausstellung Museutopia im Karl-Ernst-Osthaus Museum in Hagen den Plattenbau in einem Baukasten, einem Videospiel quasi re-aktualisiert und einen Katalog dazu herausgegeben, der Ansätze der Theorie, Architektur, Kunst und Wissenschaft in Form von verschiedenen Aufsätzen versammelt, die das Thema kreuzen. Plattenbau oder die Kunst, Utopie im Baukasten zu warten geht es dabei vor allem um das utopische Moment in der Kombination einer Struktur. Ein guter Punkt für ein kleines Projekt."


Computerspiel Memodul in: BAUWELT, 6.Dezember 2002 Auszug:

"Das im Rahmen der Ausstellung Museutopia - Schritte in andere Welten" im Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen entstandene Computerspiel Memodul ist nun auf CD-ROM erhältlich. Das digitale Gedächtnisspiel zu Plattenbauten und anderen modularen Utopien wurde von der Berliner Designerin Annett Zinsmeister gestaltet und basiert auf einer umfangreichen fotografischen Dokumentation unterschiedlicher Typenserien der Goßtafelbauweise im Originalzustand. Das Computerspiel Memodul ist Teil des Kunstprojektes „Plattenbau oder die Kunst, Utopie im Baukasten zu warten“. Ein gleichnamiges Buch - ebenfalls gerade erschienen - vereint auf 144 Seiten künstlerische und wissenschaftliche Beiträge rund um Utopie, Serialität und Plattenbau."


Der Ort der Utopien von Kay Heymer in: TEXTE ZUR KUNST, Heft 48 Dezember 2002 Auszug:

"Im Sommer 2002 wurde im Hagener Karl Ernst Osthaus-Museum das "100jährige Bestehen der Folkwang-Idee" meit einem äußerst anspruchsvollen, widersprüchlichen und komplexen Projekt gefeiert.... Die an "Museutopia" teilnehmenden Künstler können sich dementsprechend auch nicht auf eine konventionelle Künstlerrolle beschränken (indem sie konsumierbare, attraktive Gegenstände erschaffen), sondern müssen sich in ihrer Arbeit mit Fragestellungen beschäftigen, die außerhalb des ästhetischen Elfenbeinturmes liegen. Entsprechend untersucht etwas Annett Zinsmeister das Potenzial ostdeutscher Plattenbauten...Die Ausstellung "museutopia" ist ein überbordender, den Besucher weniger unterhaltender als vielmehr fordernder Diskursort, dessen Grenzen in Raum und Zeit willkürlich gesetzt sind."


Museutopia - Schritte in andere Welten von Helga Meister in: KUNSTFORUM Band 162, 2002, S. 341


Utopie im Baukasten in: BAUNETZ, 20.11.2002 Auszug:

Das digitale Gedächtnisspiel zu Plattenbauten und anderen modularen Utopien wurde von der Berliner Designerin Annett Zinsmeister gestaltet und basiert auf einer umfangreichen fotografischen Dokumentation unterschiedlicher Typenserien der Goßtafelbauweise im Originalzustand. Diese erscheinen zusammen mit Versatzstücken historischer Utopien im Raster angeordnet auf einer Spielfläche und bilden so ein digitales Memory....


Spielplatz für Visionen von Ira Mazzoni in: SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, 11. Juli 2002, S.17 Auszug:

"Wesentlich subtiler ist Annett Zinsmeisters Arbeit Der utopische Plan oder die Kunst Utopie im Baukasten zu warten. Zinsmeister geht den utopischen Voraussetzungen des DDR-Plattenbaus nach und entwickelt aus den Elementen einer fünfgeschossigen WBS-70-Einheit ein Spiel ungeahnter Möglichkeiten. In dem Moment, wo der Spieler das quadratische Grundraster verlässt, das schon Thomas Morus als Grundriss seiner Idealstadt annahm, lassen sich aus den Platten und Plättchen wundersam phantastische Konstruktionen entwickeln. Dem System wohnt das Chaos inne."


Museutopia von Ursula Baus in: db. deutsche bauzeitung 9/02, S.14 Auszug:

"Annett Zinsmeister hat sich dem Plattenbau gewidmet - mit dem Ziel 'Utopie im Baukasten zu warten'. Die Plattenbauserie WBS 70 - mit tragenden Außenwänden - dient hier als strukturelles Objekt, das zerlegt und neu arrangiert werden kann, spielerisch und unkonventionell. Was die zerlegte und neu zusammengesetzte Plattenserie im Konkreten und Einzelnen zu leisten im Stande ist, hat bei weitem nicht die Bedeutung wie das Prozessuale, das der Künstlerin und Architektin ein Anliegen ist. Natürlich denkt man an Konstruktivismus und Dekonstruktivismus, die sich in diesem Projekt begegnen. Der halbrealistische Charkater des Projektes macht es für Architekten in seinem fantasievollen Anspruch allerdings interessanter als der Bezug zu den Ismen."


Jubiläumsschau der konstruktiven und positiven Ansätze in: WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU 11.6.2002 Auszug:

"Die Ausstellungseröffnung "Museutopia" im Osthaus Musuem zum 100 jährigen Folkwang - Bestehen fand eine große Resonanz.... Internationale Künstler aus Amerika, Grossbritannien und Osteuropa trugen zur Ausstellung bei und bereiteten dem KEOM so manche Überraschung....Eine Filmproduktion (Alice Creischer und Andreas Siekmann) fehlte ebensowenig wie Klanginstallationen, in einer Miniaturküche (Judith Walgenbach) symbolisierte unkoordiniert quellender Hefeteig die Unvorhersagbarkeit der Zukunft und im Plattenbaumemory (Annett Zinsmeister) kommen Spieltheoretiker auf ihre Kosten...."


Wundersame Transformation der Platten. Verstreutes und Gebündeltes zu den Arbeiten von Annett Zinsmeister Kai-Uwe Hemken in: Plattenbau oder die Kunst Utopie im Baukasten zu warten, Hagen 2002 Auszug:

"Annett Zinsmeister durchläuft die 'Evolution' der Architekturentwicklung und bündelt ihre Vorstellungen in einem neuen Aggregatzustand der Utopie. Sie schafft Bilder des Utopischen. die sich nicht konkretisieren, sondern in einer Latenz aufhalten: Die industriellen Baumaterialien, die in ihrer Formgebung der rationalen Moderne das Wort reden, werden in ihrer dekonstruktivistischen Komposition unversehens zu Artefakten des Utopischen...Utopie und Imagination sind ein untrennbares Geschwisterpaar, auf das Zinsmeisters wundersame Transformation der Platte und ihre Bildwerdung in der Architektur verweist."

"Die Fotografischen Aufnahmen [MEMODUL-ein digitales Gedächtnisspiel zu Plattenbauten und anderen modularen Utopien] zeigen in Ausschnitten die Plattenbaufassaden, allerdings in dieser Reihung in einer ungewohnten Weise. Die quadratischen Aufnahmen von Zinsmeister präsentieren Linien und Flächen, die in ihrer Komposition mehr oder weniger ein Gebäude erahnen lassen. Die Veränderung, die sich in der Wahrnehmung einstellt, ist ein Widerstreit zwischen der Autonomie der Formen und ihrer Funktionalisierung im Dienste der Darstellung."


Memodul. Ein Plattenbau von Wolfgang Ernst in: Memodul 2002 Auszug:

Annett Zinsmeisters Memory, das sich spielerisch mit dem Verschwinden der Platte als Erscheinungsbild im Stadtraum auseinandersetzt, basiert auf einer photographischen Dokumentation der Typenserien im Originalzustand und wird als Kunstedition in eine virtuelle, interaktive Spielfläche umgesetzt. Es zielt auf die utopischen Potentiale normierten Bauens – und ihren Verlust, de- und reconstructing utopia.
Eine mögliche Wiedegewinnung geschieht im Medium des Archivs der Bilder, des kollektiven Gedächtnisses und der Baupläne. Dies ruft das Konzept eines digitalen Memorys auf den Plan, das nicht nur intransitiv in Form der Bildmotive mit dem Verschwinden und Erinnern an die Platte und mit utopischen Leitbildern spielt, sondern transitiv das Prinzip Plattenbau selbst vollzieht – als Bildkombinationsform, also lose Kopplung (Medium), die zu einer festen Form sich fügt (Ding).


Faltungen - dynamic multiple Beurteilung der Jury ring - Preis 1999 Auszug:

"Dem minimalen Materialaufwand steht die vielschichtige Rezeption gegenüber...Erst im Wechsel von Intimität, wo das Kunstwerk ausgeführt wird und Gemeinschaft, wo die Verschiedenheit der Resultate sichtbar wird, entsteht ein dynamischer und konstitutiver Austausch. Der spielerische Umgang mit dem Alltagsmaterial Papier ist überzeugend mit einem wissenschaftlichen Interesse an Veränderungs- und Wahrnehmungsprozessen gepaart."


Neue Küchen braucht das Land Interview mit DEUTSCHLANDRADIO BERLIN, 1998


Wasch-oh-mat S 1009 in: ÜBER WASSER – Crossing the waters, Düren 1997


Neue Ideen für die Platte von Kay Rosansky in: DBZ. Deutsche Bauzeitschrift 3/1997, S.116-117 Auszug:

Prämierte Wettbewerbsbeiträge von Annett Zinsmeister und Knut Hohenberg: (...) Der Wunsch, in einem kleinen Bad bei überschaubarem Budget Individualität zu realisieren, führte Annett Zinsmeister zu ihrer Lösung. Der streng modulare Aufbau des Badsystems ermöglicht eine große Vielfältigkeit in der Anwendung. Annett Zinsmeister, seinerzeit Studentin an der Hochschule der Künste, will mit ihrem Entwurf erreichen, daß auch in Wohnungen der sechziger und siebziger Jahre, den Bewohnern ein Maximum an Individualität ermöglicht wird...Das Bad wird von seinem Benutzer nach eigenem Gusto, seinen gestalterischen und finanziellen Mitteln entsprechend, bestückt. Einer Änderung von Bedarf und Bedürfnis kann so denkbar einfach entsprochen werden...Die Kosten einer solchen Naßzelle hatte die Designerin bei ihrem Entwurf ständig im Kopf. Bei dem großen Wohnungsbestand, der im Falle einer Umsetzung als Multiplikator gelten kann, ist dieser Ansatz sinnvoll und notwendig."


EntFaltungen von Angelika Schnell in: EntFaltungen Katalog zur Ausstellung, Berlin 1996 Auszug:

"Einge Blätter Papier, deren Oberfläche einseitig befeuchtet wird, rollen, krümmen und entfalten sich zu erstaunlicher Komplexität und Ambiguität. Die Anwendung einfachster Mittel erzeugt komplexe, fast "organische" Bewegungen und "natürliche" Formen. Das Entscheidende des Experiment sder EntFaltungen ist der Verzicht auf Technik. Denn da die einzelnen Faltprozesse nicht zurückgespult werden können, besteht die Faszination in Annett Zinsmeisters Darstellung von Bewegung, ihrer Verwandelbarkeit, ihrer Selbstorganisation in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit und Unvorhersehbarkeit - mathesis singularis."


Neue Ideen für die "Platte" Reportage in: TROCKENBAU AKUSTIK 6/96, S.65 Auszug:

"Mit einer "Techniksäule" löste Annett Zinsmeister das Raumproblem im Plattenbautyp WBS 70...Bei dem professionellen Entwurf fanden die Bedürfnisse der "klassischen Familie" ebenso Berücksichtigung wie der Wohnstil von Single-Haushalten oder Wohngemeinschaften. Durch Beschränkung und multifunktionale Verwendung von Einrichtungsgegenständen gelang es der Preisträgerin Raum zu gewinnen und zugleich dem individuellen Geschmack der Mieter Rechnung zu tragen."


Neue Ideen für Bäder und Küchen in der Platte von Oliver Kempert in: BERLINER MORGENPOST 7.2.1996, S.31 Auszug:

So löste Annett Zinsmeister von der Hochschule der Künste Berlin, eine der Gewinnerinnen, das Platzproblem der WBS-70 Küche durch eine "Techniksäule" im Baukastensystem...Der Clou: Da die übrigen Möbel leicht bewegt werden können, läßt sich die Küche im Handumdrehen z.B. in ein Arbeitszimmer umwandeln."


Jany Richard in: ELLE, City Spezial 1991